Donnerstag, 9. Mai 2019

...und wieder eine verkehrspolitische Bankrotterklärung...

Die (Wieder-)Anbindung von Chemnitz an das IC-Netz und damit den Fernverkehr der Bahn ist wieder mal in weite Ferne gerückt: fehlender Fahrdraht in Bayern, ein (!) fehlendes Fahrzeug, man sollte doch noch bis frühestens 2028 warten (weitere 9 Jahre), bevor eventuell der Düsseldorfer IC von Gera bis nach Chemnitz verlängert wird.

Ein unsägliches Trauerspiel auch der Krampf um die Elektrifizierung der Strecke nach Leipzig, da wird lieber Fahrdraht auf Autobahnen gespannt, als diese wichtige Verbindung endlich zu ertüchtigen, abgesehen vom alten Wagenmaterial, das auf der Strecke rollt. Klimawandel? Verbindung zwischen 2 Großstädten? Gleiche Lebensverhältnisse in Deutschland? Attraktiver Verkehr, Alternativen zum Auto? Nicht in Chemnitz, die Stadt und ihre Bewohner (ca. 250.000) sind es wohl einfach nicht wert, wahr-und-ernstgenommen zu werden.

Warten auf Godot, auf den Sankt-Nimmerleins-Tag... Ohne Auto bleibt man in der Region aufgeschmissen, es gibt keine ernsthaften Alternativen. Toll, daß der Deutschlandtakt zwischen Hamburg und Berlin eingeführt wird, daß der ICE zwischen München und Berlin fährt: nur hier in Sachsen haben wir davon überhaupt nicht, es ist ziemlich irrelevant; die einfachsten Grundbedürfnisse im Bahnverkehr werden nicht befriedigt. Auch ein Forschungscampus im Erzgebirge führt leider nicht dazu, daß man von Annaberg mit dem Zug regelmäßig nach Aue (Bahnstrecke vorhanden) fahren könnte.

Was für eine Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte (die CDU hat das ja wohl zu verantworten)! Handlanger der Autoindustrie mit Verkehrskonzepten aus der Mottenkiste, hat man die letzten Jahre offenbar verschlafen. Wieso bekommen das unsere Nachbarländer (Schweiz, Frankreich, Spanien) viel besser in den Griff??? Hochtechnologieland Deutschland???