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Donnerstag, 26. November 2020

tatatataaaaaa (Fermate) - tatatataaaaaa (2 Takte+Fermate)

Neben den vielen Corona-Horrormeldungen mal wieder etwas positives: heute fanden die ersten Probedirigate für die neu zu besetzende GMD - Position im Kulturhaus Aue statt - natürlich unter strengen Hygienevorgaben mit entsprechenden Abständen und Mundschutz. Auf dem Programm steht - siehe oben - der Anfang von Beethovens 5. Sinfonie, die Fledermaus-Ouvertüre, eine Arie mit Rezitativ aus "Don Giovanni" und der Anfang der Sheherazade. Genug Stoff, um in einer Stunde sein musikalisches Weltbild und sein schlagtechnisches Können zu zeigen. 

Speziell heute (am 1. Tag) hat mir gefallen, daß jeder Kandidat interessante und klare musikalische Vorstellungen hatte, die er auch kommunizieren konnte - idealerweise durch sein Dirigat, ergänzenderweise durch eine überzeugende Orchester-Ansprache. Nur soviel sei verraten, daß aus meiner Sicht durchaus schon heute ein potenzieller Kandidat dabei war. 

Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und auf eine gute Kommunikation mit einem neuen musikalischen Leiter oder einer Leiterin - die nächste Spielzeit wird auch durch den neuen Intendanten bestimmt sehr spannend werden. Doch zuerst noch weitere Probedirigate...

Freitag, 24. August 2012

Buchtipp: Zeit aus den Fugen

Dramatisches und persönliches Zeitzeugnis des Sommers 1989: Mitauslöser für die Wende war die Flucht vieler DDR-Bürger über die durchlässig gewordene Grenze in den Westen. Ich hatte gerade meine erste Spielzeit am Theater Erfurt erfolgreich gemeistert und ein Jahr Dirigierunterricht bei meinem GMD Prof. Ude Nissen hinter mir, als ich am 1. Oktober folgende Karte bekam:
Wie ich erfuhr, hatte die Familie einen Ausreiseantrang gestellt und Prof. Nissen wurde von einer Stunde zur anderen unerwünschte Person im Erfurter Theater und erhielt Hausverbot. Das Schicksals der Nissens habe ich weiterverfolgt; nach der Wende im nächsten Jahr kam Prof. Nissen wieder zu einem Gastspiel nach Erfurt zurück, auch privat haben wir weiter Kontakt gehalten. Ihm verdanke ich meinen Dirigentenberuf, er vermittelte einen hohen künstlerischen Anspruch, dem ich versuche, bis heute treu zu bleiben; er war mir ein großes Vorbild. Und nur wenige Dirigenten habe ich kennengelernt, die diesen Beruf so seriös, mit großem Können und mit soviel Herzblut und Menschlichkeit ausgeübt haben.

Es war unglaublich bewegend für mich, die Stationen der Flucht der Kinder nachzulesen und an ihrem persönlichen Schicksal teilzuhaben.