Samstag, 16. Mai 2026

...wie das Ende eines wunderschönen Romans...

 


Gestern fand vor ca. 180 Besuchern die letzte von 5 Vorstellungen "Dorian Gray" statt. Wie auch zu den anderen gab es kräftigen bis stürmischen Schlußapplaus nach mehr als 2 Stunden intensivem Theatererlebnis. Darsteller und Orchester haben noch einmal brilliert und durch ihr Spiel das Publikum mitgerissen und begeistert. Somit haben rund 850 Besucher unsere Produktion erlebt, darunter sehr viele junge Menschen, die zuvor wohl eher noch nicht bei uns im Theater waren.

Was für ein Erfolg! Damit habe ich/haben wir nicht gerechnet, als wir angefangen haben, das Stück zu lernen und zu proben: Befürchtungen, daß wir vor vielleicht 40-60 Zuschauern spielen würden, haben sich grandios nicht erfüllt: mit diesem Zuspruch haben wir nicht gerechnet. 

Eine Lehre daraus: es gibt auch in Annaberg ein Publikum für zeitgenössisches Musiktheater: ein spannender Stoff und eine packende Musik muß es allerdings sein. Und eine tolle Regiearbeit, die nicht nur an der Oberfläche kratzt sondern tiefgründig die Psychologien der Protagonisten erkundet.

Schöner Nebeneffekt: Annaberg ist wieder einmal deutlich ins Blickfeld der Musikwelt gerückt: die Produktion hat Wellen bis in die Slovakei geschlagen, wo sie als das bedeutendste Musikereignis des slovakischen Musiklebens im Jahr 2026 gefeiert wurde! Wow!!!

Sonntag, 19. April 2026

Ein großer Opernabend

hat gestern in unserem Theater stattgefunden: das Publikum bejubelte die deutsche Erstaufführung von "Dorian Gray"! Ensemble und Orchester waren in Höchstform und haben die dramatische Geschichte von Oscar Wilde mit vollem Einsatz auf die Bühne gebracht. Glückliche Gesichter nach der erfolgreichen Premiere bei allen: die Produktion war ein außergewöhnlicher Kraftakt: in meinen 20 Annaberger Jahren war das die erste wirklich zeitgenössische Oper, an der wir gearbeitet haben. 

das Produktionsteam mit den Darstellern:


beim Signieren meiner Dirigierpartitur: Lubica Cekovska, die Komponistin.



 

Freitag, 17. April 2026

Wenn ich ewig jung bleiben könnt'...(2)


v.l.n.r.: Moritz Gogg (Intendant), L'ubica Cekovska (Komponistin), ich, Vera Nemirova (Regie), Dr. Bernhard Doppler (Dramaturgie), Lür Jaenike (Chefdramaturg)

Wir kommen mit "Dorian Gray" auf die Zielgerade (dreimal Holz): zur Orchesterhauptprobe ist Frau Cekovska nach Annaberg gekommen und hat das gesamte Ensemble und das Orchester durch ihre Anwesenheit inspiriert und zu Höchstleistungen gebracht. Wunderbar, die Frau kennenzulernen, die kraft ihrer Phantasie so ein tolles Werk geschaffen hat! Mittlerweile gibt es wohl bei uns niemand mehr, der die musikalische und theatralische Qualität dieses Werkes nicht schätzt, auch die meist etwas schwer zu überzeugenden Orchestermitglieder sind voll dabei. Die Generalprobe lief wunderbar, hoffen wir das auch für die Premiere am Samstag.






 

Donnerstag, 2. April 2026

Wenn ich ewig jung bleiben könnt'...

...und dafür das Bild altern müßt', gäbe ich meine Seele...


Dieser Wunsch scheint bei Dorian Gray in Erfüllung zu gehen: statt seiner altert das Gemälde, das der Maler Basil von Dorian Gray angefertigt hat und das außergewöhnlich schön geworden ist. Alle Missetaten (Morde, Erpressung) verändern das Bild, so daß Dorian davor Angst bekommt, es zunächst wegschließt und am Ende zerstört - um damit den Fluch wieder aufzulösen - um den Preis seiner eigenen Vernichtung.

Diese großartige Geschichte von Oskar Wilde hat die slowakische Komponistin Ľubica Čekovská vertont - in Annaberg erlebt diese Oper ihre deutsche Erstaufführung. Ich habe die Ehre, dieses ziemlich schwere Werk mit unserem Ensemble zu realisieren. Die unglaubliche Vera Nemirova führt bei uns Regie, wir sind sehr stolz, daß sie dieses Werk bei uns inszeniert.

Musikalisch ist die Partitur ziemlich anspruchsvoll: ich habe lange gebraucht, um dieses Stück zu lernen und mich in die Klangwelt einzufinden: auch für die Sänger war es ein riesiger Kraftakt. Ich finde es aber höchste Zeit, daß wir eine zeitgenössische Oper produzieren und versuchen, unsere gewohnten Klangräume zu erweitern, kann es den Annaberger Theatergänger auch nur wärmstens empfehlen, sich mit diesem interessanten Werk auseinanderzusetzen - es lohnt sich!

Also: keine Angst vor moderner Musik und modernem Musiktheater!

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