Freitag, 21. September 2018
Donnerstag, 20. September 2018
There´s no business like showbusiness
...das kann man wohl nach 30 Theaterjahren sagen: und es wird auch in der neuen Spielzeit spannend bleiben: meine Highlights der Saison: im Oktober die Premiere "Annie Get Your Gun" (aus dem obiges Zitat stammt), im Dezember das Weihnachtskonzert (4. Sinfoniekonzert) und im März der "Bettelstudent".
Rückschau: die diesjährige Greifenstein-Saison war wohl zahlenmäßig die bisher erfolgreichste: wir konnten knapp 42.000 Besucher im Sommer dort begrüßen. Tolle Motivation, wenn der Zuschauerraum jedesmal gut gefüllt ist - das wünschen wir uns jetzt auch für die Hausspielzeit!
In diesem Sinne: There´s no business like showbusiness...
Sonntag, 29. Juli 2018
So geht sächsisch???
Wie jetzt bekannt wurde, hat das Land Sachsen für seine Werbekampagne "So geht sächsisch" in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 17,2 Milliarden Euro an Steuergeldern ausgegeben. Schlicht und einfach skandalös: vor allem wenn man die große Lücke zwischen Lebensrealität und Wunschdenken der CDU betrachtet.
Gefördert wurden u.a. der Ski-Weltcup 2018 am Elbufer in Dresden mit mehreren Tonnen Kunstschnee...mittlerweile zerronnen...Werbung für Polizisten und Lehrer - nachdem die Jahre zuvor massiv Stellen abgebaut wurden
Das Geld wäre viel besser in realen Projekten - wie die Förderung der Kultur (Stichwort Haustarifverträge der Theatermitarbeiter - mittlerweile 12 Jahre!) angelegt: die Lebensqualität in den ländlichen Räumen sollte deutlich verbessert werden (Infrastruktur, gesellschaftliches Leben, Teilhabe, Kultur) - die bessere Zufriedenheit der Menschen würde dann schon für sich sprechen.

weitere Infos: Leipziger Internet Zeitung, Tag24.de
Donnerstag, 26. Juli 2018
Donnerstag, 28. Juni 2018
Wo bleibt die Menschlichkeit?
Die Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: nach dem Versuch des Durchdrückens bayerischer Politik in der Flüchtlingsfrage (quais eine Erpressung Merkels, ein Putsch der sog. Schwesterpartei CSU) und der damit verbundenen Destabilisierung Deutschlands und der weiteren Spaltung der Bevölkerung erwägt nun Minister Seehofer, die Mannschaft der "Lifeline", die unter großem Einsatz Flüchtlinge aus dem Mittelmeer vor dem sicheren Tod rettet, zu verklagen: wie schäbig ist das denn? Kreuze in Bayern aufhängen und zuschauen, wie Menschen ertrinken und mögliche Retter zu bestrafen?
weitere Infos zum Verein "Lifeline" hier
Interview mit dem Kapitän der "Lifeline", Claus-Peter Reisch in der Münchner Abendzeitung von 22.7.2018
Artikel 1 unseres Grundgesetzes:
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
Freitag, 20. April 2018
zu dritt oder zu viert - Musik für Streicher
Zu einem Kammermusikabend mit Werken für Streicher möchten wir Sie ganz herzlich am 25. April um 19.30 Uhr in den Erzhammer einladen. Im Rahmen des "Konzertmittwochs im Erzhammer" erklingen das Terzett für 2 Violinen und Viola von Antonin Dvorák und seine "Miniaturen" für dieselbe Besetzung.
Eine Rarität wird im 2. Teil des Konzerts zu hören sein: das Streichquartett fis-Moll des Annaberger Komponisten Peter Gast (Heinrich Köselitz), musiziert von Dirk Bores, Sophie Keiter (Violine), Katharina Overbeck (Viola) und Tilman Trüdinger (Cello).
Das ursprünglich geplante Klavierquintett von Reynaldo Hahn mußte leider wegen meiner Erkrankung abgesagt werden...

Freitag, 9. März 2018
"Blütentraum" vorerst ausgeträumt
Wie das Leben so spielt...Durch eine Erkrankung ist es mir leider nicht möglich, die Endproben und die Premiere "Blossom Time"zu leiten - unser Studienleiter Karl-Friedrich Winter wird diese Arbeit übernehmen. Ich wünsche allen KollegInnen viel Erfolg und eine schöne Premiere!

Montag, 12. Februar 2018
Schaut her, er ist´s!
Da staunten Orchestermusiker und das Publikum gestern sicher nicht schlecht, als GMD Takahashi statt meiner Person am Pult stand und die Klassik am Nachmittag dirigierte: mich hatte kurzfrstig die Grippe heimgesucht, so daß ich das Dirigat absagen mußte - innerhalb eines Vormittages hat Herr Takahashi das Programm übernommen und um 15 Uhr das Konzert dirigiert: eine großartige Leistung, meinen vollsten Respekt dafür!
Kritik in der "Freien Presse"
Kritik in der "Freien Presse"
Sonntag, 4. Februar 2018
Schaut her, ich bins!

Erhöhte Aufmerksamkeit für die Sänger und Orchestermusiker: ein neuer Dirigent im Doppelabend Bajazzo/ Gianni Schicchi. Gestern (am 3.2.) habe ich die Produktion übernommen: natürlich ohne weitere Proben. Bajazzo war neu für mich, Schicchi habe ich selber in Pforzheim 2004 musikalisch geleitet. Viele Informationen galt es zu verarbeiten, beide Stücke sind ziemlich komplex. Und es wird umso schwerer, je weniger man sich auf Musikalität, Können und genaue Werkkenntnis der Kollegen verlassen kann. Gerade Schicchi steht und fällt mit einer gründlichen Einstudierung, aber auch der Bajazzo bietet genug Stoff für ausgiebige musikalische Arbeit - vor Beginn der szenischen Proben...
Alles in allem hats wieder großen Spaß gemacht, war aber auch sehr anstrengend.
Mittwoch, 31. Januar 2018
Klassik am Nachmittag: Mozart in seiner Zeit
Wie wurde Mozart zu dem Genie, als das er bis heute wahrgenommen wird, welche Entwicklung ist an seinen Werken abzulesen? Wie sah das musikalische Umfeld aus, in das Mozart hineinwuchs? Diese Fragen versucht das Konzert der Reihe "Klassik am Nachmittag" am 11.2. 15 Uhr im Kleinen Saal des Kulturhauses Aue zu beantworten.
Es erklingen die Ouvertüre zu Mozarts früher Oper "Lucio Silla", seine frühe g-Moll-Sinfonie, das berühmte Minuett und eine Sinfonie des Zeitgenossen Luigi Boccherini und Ch. W. Glucks bahnbrechende Ballettmusik "Don Juan" (in Ausschnitten).
Dieses Konzert erklingt bereits am 9. Februar um 19.30 Uhr im Kulturhaus "Erzhammer" in Annaberg als Stiftungskonzert für die Theaterstiftung "Ethos".
Konzertbericht im Annaberger Wochenblatt
Konzertbericht im Annaberger Wochenblatt
Montag, 1. Januar 2018
Davon geht die Welt nicht unter...
...oder "Mußte das wirklich sein ???"
Einen zwiespältigen Eindruck hinterließ gestern bei mir das Silvesterkonzert aus der Semperoper Dresden unter dem Motto "100 Jahre Ufa". Taugt dieses Thema wirklich für ein Silvesterkonzert, wo jeder nur leichte Kost und unbeschwerte Unterhaltung erwartet?
Die musikalischen Arrangements waren jedenfalls großartig, opulent, mit allen Raffinessen der Orchestrierungskunst gestaltet - als ob man die Musiken adeln wollte - noch dazu gespielt von einem großartigen Orchester. Und gesungen von Opernsängern: hier gab es das erste Kopfschütteln: für mich stilistisch ziemlich daneben: es sind eben keine Arien, nicht nur schöne Melodien, da gehört die entsprechende Personality dazu, bei singenden Schauspielern wäre das meiste wohl besser aufgehoben. Großartig die Titel des Orchesters Marek Weber: welche Eleganz in der sparsamen Instrumentierung, welche Kunst in der Ausführung. Kammermusik von Feinsten.
Und dann kamen die Titel, die man ohne entsprechende Bilder im Kopf nicht hören kann: richtig, daß man dieses dunkle Kapitel der Ufa-Geschichte streift, auch richtig, daß die Musik durch entsprechende Arrangements gebrochen wird - nur die kritische Auseinandersetzung mit dieser Geschichte ist meiner Meinung nach nichts für ein Silvesterkonzert. Noch dazu in der optisch opulenten Umsetzung und an diesem Ort: da waren Semperopern-Intendanz, Dramaturgie und ZDF wohl zu blauäugig, das ganze wirkte sehr verharmlosend.
Nach meinen eigenen Erfahrungen mit Werken aus dieser Zeit und diesem Umfeld: man darf Werk und Entstehungsgeschichte nicht trennen, naiv zu glauben, daß schöne Melodien nur für sich existieren. Unsere Pflicht besteht in einem kritischen Blick und im sensiblen Umgang mit solcher "kontaminierter" Musik - leider haben sich Semperoper und ZDF dem entzogen.
Ein Konzert zu diesem Thema ist unbedingt wünschenswert - aber es ist ziemlich ungeschickt, sich im Rahmen einer unkritischen heiteren Silvesterveranstaltung auf dieses hochgradig "verminte" Gelände zu begeben - noch dazu in Sachsen, daß allgemein unter besonderer Beobachtung wegen seiner erstarkenden rechten Tendenzen steht.
Sonntag, 10. Dezember 2017
Alle Jahre wieder...
Rund 1200 Zuhörer dürften in diesem Jahr unsere Weihnachtskonzerte gehört haben: wie immer war das Konzert am 2. Weihnachtsfeiertag in der Nikolaikirche in Aue der Höhepunkt.
Unser Konzertmeister Michael Schmidt glänzte mit Mozarts A-Dur-Violinkonzert, am Anfang verbreitete eine festliche Ouvertüren-Suite von Fasch Weihnachtsstimmung, Jason-Nandor Tomory sang Eyblers "Er ist in Bethlehem geboren" und das berührende "In the bleak midwinter" von Gustav Holst, die 2 Sätze der 11. Sinfonie von Joachim Raff dürften für die meisten Zuhörer eine Novität gewesen sein: sehr stimmungsvolle Winterbilder, die zum Träumen anregten, Nicolais Weihnachtsouvertüre stimmte auf das gemeinsame Liedersingen ein. Besonders "Wenn´s im Winter schneie tut" kam beim Publikum sehr gut an.
Kurz und gut: ein würdiges und schönes Weihnachtsgeschenk - sowohl fürs Publikum als auch fürs Orchester.
Kritik in der "Freien Presse"
Weihnachtslieder zum Mitsingen
Programmheft
Sonntag, 3. Dezember 2017
in memoriam Gotthard B. Schicker
Heute habe ich die traurige Nachricht erhalten, daß Professor Gotthard B. Schicker am 2. Dezember 2017 in Annaberg verstorben ist.
Es ist kaum vorstellbar, daß dieser wache, aufmerksame Beobachter des Erzgebirges nicht mehr in der Stadt zu sehen sein wird: mit seiner journalistischen und schriftstellerischen Arbeit, seinen kritischen Kommentaren und seinen unglaublich inspirierenden Forschungen war er ein fester Bestandteil unseres Annaberger Lebens. Ich verdanke ihm viele wertvolle künstlerische Anregungen und erinnere mich gern und mit großer Trauer unserer vielfältigen Zusammenarbeit und den schönen Stunden, die wir gesellig verbrachten. Ein großer Verlust.

Dienstag, 28. November 2017
Glypho-Gate
Skandalös: Agrarminister Schmidt (CSU) stimmt im Alleingang in Brüssel für die Glyphosat-Zulassung und liefert damit die entscheidende Stimme zur Europa-weiteren Zulassung des Unkrautvernichters. Schon wie beim Dieselgate spielen Gesundheit und Umwelt nur untergeordnete Rollen gegenüber den Belangen der Industrie. Beides CSU-Minister...
Dieser Minister sollte sofort gehen, hier gibt es einen Appell dafür (bitte unterzeichnen):
https://www.campact.de/glyphosat/monsanto-minister/
Sonntag, 26. November 2017
Lady Hamilton in Dessau
Theaterausflug: zur selten gespielten Operette "Lady Hamilton" von Eduard Künneke (1926) gings ins Anhaltische Theater nach Dessau. Es war ein aufschlußreicher Nachmittag: mein Resümee: woanders wird auch nur mit Wasser gekocht und das nicht immer so heiß wie in Annaberg (Eigenlob!).
Ein interessantes Stück, von dem man einige Highlights vielleicht kennt: "Komm mit nach Madrid", "In der Taverne zum Pelikan", "Du hast Augen, von denen man träumt". Musikalisch ist es eine sehr farbenreiche und interessante Partitur, besonders der Anfang vom 3. Akt - eine Nachtszene zwischen Lady Hamilton und Admiral Nelson - ist wunderschön und war auch toll anzusehen: ein Sternenhimmel, der sich leicht bewegte, diffus gestreut durch den durchsichtigen Schleiervorhang, man hat das Schaukeln der Wellen förmlich gespürt.
Die Geschichte um die schillernde Lady Hamilton hat sicher ihr Vorbild in Leo Falls "Madame Pompadour" (1922), keine platte Huldigung der Person, eher eine (moralisch) durchaus provokante Geschichte und passend in die 20ger Jahre.
Wenn man das Programmheft liest, hat man´s nur schwer verstanden - aber auf der Bühne wird es sofort klar, wer mit wem und warum. Enttäuschend: die Sänger wurden beim Singen fast durchgängig verstärkt. Bei den Melodramen macht es sicher Sinn, aber bei den gesanglich anspruchsvollen - opernhaften - Nummern reibt man sich doch etwas die Augen - zumal das Orchester sehr diskret - für meinen Geschmack zu zaghaft - agierte. Mir fehlte der freche Schmiß, besonders in Zwischenspielen, der den Zuhörer mitreißen soll. Und so fühlen sich die ersten beiden Akte ziemlich lauwarm an - obwohl sie Szene wunderschön aussieht, der Chor sehr gut agiert und singt und auch die Solisten ihr bestes geben. Nach der Pause wird man dann aber durch den wunderschönen Beginn überwältigt und mitgetragen.
Schön, daß sich gerade Dessau des Stücks angenommen hat: die Wörlitzer Villa Hamilton, ein Nachbau der Originalvilla aus Neapel nebst des Vulkans ist auf der Bühne zu finden und sorgt für einen Aha-Effekt; auch Goethe selbst ist mit seiner Italien-Bewunderung zu erleben. Klasse.
Wird es das Stück auch auf andere Bühnen schaffen? Interessant ist es allemal und eine schöne Bereicherung des üblichen Repertoires, es rückt eine geschichtlich hochinteressante Frau in den Mittelpunkt, es gibt tolle Musik, vielleicht muß es noch mehr zünden. Und es ist nicht einfach zu besetzen, man sollte doch große Stimmen damit besetzen, die Ambitionen Künnekes gingen eindeutig in diese Richtung.
Freitag, 17. November 2017
WOW!
Klare Worte aus dem Annaberger Rathaus: Bürgermeister aus 21 sächsischen Orten kritisieren die aktuelle Landespolitik, nachzulesen hier. Klar ist spätestens seit der letzten Wahl, daß es ein "Weiter so!" nicht geben kann, will man der AfD nicht noch mehr Wähler in die Arme treiben: das Gefühl, abgehängt vom modernen Leben zu sein, auf dem Lande zu "vergammeln", kennen hier viele Menschen. Und Kaputtsparen statt Entwickeln kann auch keine Lösung sein, um Leben hier in der Region attraktiv zu machen. Danke OB Schmidt!
Montag, 13. November 2017
Samstag, 11. November 2017
Schülerkonzert in Schneeberg
Am Freitag, den 10.11.2017 haben wir wieder ein Schülerkonzert zum Thema Mozart in der Marchwitza-Grundschule in Schneeberg veranstaltet: Jason-Nandor Tomory hat es erneut geschafft , Begeisterungsstürme als Papageno und Figaro bei den Kids hervorzurufen. Im Gespräch mit den Lehrern stellte sich heraus, daß das für viele Kinder der erste Kontakt mit klassischer Musik oder einem Orchester ist - und die Aufmerksamkeit war sehr groß bei allen. Man hat das Gefühl, eine wichtige und notwendige Arbeit zu leisten, das ist eine große Legitimation und Befriedigung für uns.
Mittwoch, 1. November 2017
Operette in der NS-Zeit
In Leipzig läuft seit Mitte Oktober die "Große Sünderin" von Eduard Künneke, eine Radiokritik von Dieter David Scholz ist hier zu finden.
Mehr zum Thema: Dr. Kevin Clarke über das derzeitige Revival "Arischer" Operetten.
Mehr zum Thema: Dr. Kevin Clarke über das derzeitige Revival "Arischer" Operetten.
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